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Durch einen Kollegen stieß ich auf ein Video, das auf der Internetseite des Stern zu sehen ist. Es trägt den Titel „Tuning für den Wein: So verbessern Sie müde Tropfen“, und im kurzen Einführungstext heißt es: „Ihrem Weißwein fehlt es an fruchtigen Noten? Der Rote hat zu wenig Pepp? Mit diesen einfachen Tricks schmeckt jeder langweilige Wein gleich viel interessanter.“ Das bedarf einer Gegenrede, denn bereits allein der Ansatz ist haarsträubend.

Ist jemand, der in sozialen Netzwerken über Weine schreibt, die er probiert hat, ein Weinkritiker? Was macht überhaupt einen Weinkritiker aus, damit man ihn so nennt? Diese Fragen sind nicht so trivial, wie sie auf den ersten Blick scheinen mögen.

Sie gilt als „Deutschlands schönste Weinfachmesse“, aber dieses Jahr war sie auch die heißeste: die „Véritable 2015“ im pfälzischen St. Martin, die am 6. Juli im Wein- und Sektgut Aloisiushof stattfand.

Als ich von Emily Albers die Einladung zu einer Degustation mit Alejandro Fernández erhielt, ahnte ich nicht, dass dieser Abend eine der stimmungsvollsten und einprägsamsten Weinpräsentationen werden sollte, die ich bisher miterlebt habe. Das lag in erster Linie am Protagonisten.

„Das Leben ist kurz genug“, schrieb ich eingangs im vorletzten Blogbeitrag. Das wird uns immer wieder vor Augen geführt, wenn Menschen, die wir kennen, schätzen, vielleicht sogar lieben, diese Welt verlassen. Charaktervolle, erstklassige, langlebige Weine sind das Vermächtnis derjenigen, die sie geschaffen haben.

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