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Ende des Jahres 2012 gab es in Nürnberg und Frankfurt zwei Hausmessen von Weinhändlern, über die ich berichten will. Beide Veranstaltungen fanden an außergewöhnlichen Orten statt, bei beiden konnten die Besucher – im Gegensatz zu den meisten anderen Weinmessen – zwischendurch auch etwas essen (oft ein Schwachpunkt), und in beiden Fällen können sowohl die Händler als auch die Winzer, die sie eingeladen hatten, als „Überzeugungstäter“ in Sachen Qualität gelten.

Oft ist es in der Werbung zu lesen, ob im Weinhandel, im Restaurant, auf Veranstaltungen oder direkt auf dem Weingut: „Ausgesuchte Weine“ werden angeboten. Dabei machen sich die Verwender dieser Formulierung einen sprachlichen Umstand zunutze, dessen sich möglicherweise weder sie noch die Rezipienten wirklich bewusst sind. Aber so funktioniert die Marketingsprache.

Freitagabend. Ein Kreis von vinophilen Menschen – teilweise verkaufen sie Wein, teilweise schreiben sie über Wein, alle trinken sie gerne Wein – trifft sich in einer Wohnung im 9. Wiener Bezirk, um ein paar Entdeckungen zu machen, sich auszutauschen und es sich gut gehen zu lassen.

Südafrika war das Thema eines Weinabends mit Freunden, bei dem jeder ein Herkunftsgebiet vorgegeben bekommen hatte, aus dem er – mindestens – einen Wein mitbringen sollte. Die Weinart (weiß, rot, rosé) sowie sämtliche anderen Attribute waren dabei völlig freigestellt. So hatten wir insgesamt fünf Weißweine und vier Rotweine aus der Coastal Region, der Breede River Valley Region und der Olifants River Region zu verkosten.

Man kann mir für diesen Blogbeitrag Kleingeistigkeit und Polemik vorwerfen, weil er durchaus in einer überheblichen „Das-tut-man-nicht“-Attitüde daherkommt, aber er liegt mir am Herzen. Denn seit Wochen regt mich zunehmend die Unsitte auf, dass Weingläser – die üblicherweise einen Stiel haben – am Kelch angefasst werden.

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