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Fünf Jahre sind seit meinem Blogbeitrag mit dem Titel „Klassentreffen“ vergangen, und das bedeutet: In diesem Jahr konnte unser Abiturjahrgang am Gymnasium Essen-Werden sein 25-jähriges Jubiläum begehen. Die Feier fand in der Kneipe eines Sportvereins statt, es wurde gegrillt, und der stimmungsvolle Abend hatte immerhin so viel mit Wein zu tun, dass ich hier mit konkretem Bezug davon berichten kann.

Ein besonderer Anlass verdient einen besonderen Wein, keine Frage. Aber kann man einen besonderen Wein (was auch immer das ist – ich gehe darauf noch näher ein) auch ohne speziellen Anlass öffnen? Ich sage: Ja, unbedingt! Man sollte es sogar viel öfter tun, denn das Leben ist kurz genug.

Irgendwann bei einer Probe in den vergangenen Wochen habe ich den Ausspruch geprägt: „Jeder Wein hat das Recht, mich positiv zu überraschen.“ Einerseits ein Plädoyer für den aufgeschlossenen und unvoreingenommenen Umgang mit Wein, andererseits Ausgangspunkt für Überlegungen, die eine Analogie in der Tierwelt suchen.

Schätzungsweise mindestens 80 Prozent aller weltweit erzeugten Weine sind zum Verzehr innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Lese bestimmt und auch so produziert. Sie sollen unkompliziert, primärfruchtig und sofort zugänglich sein. Das ist in Ordnung. Aber es gibt auch noch die anderen!

Während meiner Ausbildung zum Restaurantfachmann vor knapp 25 Jahren habe ich gelernt: Weißwein vor Rotwein – in der Menüfolge ebenso wie bei Degustationen. Aber ist das wirklich immer die beste oder die einzig mögliche Reihenfolge? Mit meiner heutigen Verkostungserfahrung wage ich dazu einige Überlegungen.

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