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Ich kann jedem nur empfehlen, sich einen guten Freund mit einem mindestens ebenso guten Weinrestaurant in der Nähe eines Fernbahnhofs anzuschaffen. Mir, dem dieses Privileg vergönnt ist, hat das heute Abend... naja, nicht das Leben gerettet, aber eine herrlich verrückte und genussreiche halbe Stunde beschert, für die eine so große Verkettung glücklicher Umstände ursächlich war, dass es eigentlich schon kein Zufall mehr sein kann.

Über meinen Besuch auf der ViniVeri vom 5. bis 7. April in Cerea habe ich ja schon berichtet. Im selben Monat war ich jedoch noch auf vier weiteren Weinmessen: auf der Vinitaly vom 6. bis 9. April in Verona (einen Tag), auf der Wein-Plus Convention am 12. und 13. April in München (beide Tage), auf der Wein am Main am 26. und 27. April in Frankfurt (einen Tag) und auf der VDP-Weinbörse am 27. und 28. April in Mainz (beide Tage).

Auch wenn es langweilig erscheinen mag: Ich kann nicht anders, als meinen bisherigen euphorischen ProWein-Berichten auch in diesem Jahr einen weiteren begeisterten hinzuzufügen. Vom 23. bis 25. März traf sich wieder buchstäblich die Weinwelt in Düsseldorf, und auch diesmal waren es für mich drei Tage voller Entdeckungen und Begegnungen – mitten im „persönlichen Schaumbad“, wie ein früherer Chef von mir mal ein Umfeld des Wohlbefindens nannte.

Selten hat mich eine Weinmesse so angefixt wie die ViniVeri. Die Naturwein-Messe in Cerea nahe Verona vom 5. bis 7. April besuchte ich in diesem Jahr zum ersten Mal, und auf keiner anderen Messe habe ich bisher ein so hohes Qualitätsniveau der präsentierten Weine erlebt. 144 Aussteller waren vertreten, und es gab biologische und biodynamische Weine ebenso zu probieren wie schwefelfreie Weine, Amphorenweine und Orange Wines, also maischevergorene Weißweine. Manchen mag die ViniVeri als „Freakshow“ gelten – für mich war sie ein Eldorado.

Am deutlichsten spürt man es, wenn man allein ist. (Ich hätte auch gleich „isst“ schreiben können, denn wenn ich allein bin, trinke ich Wein allenfalls zum Essen; und es geht ums Weintrinken.) Es geht um das erste Glas Wein des Abends (oder von mir aus des Tages), um den Moment, wenn der Alkohol allmählich, aber beständig seine Wirkung entfaltet.

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