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„Zu Rindfleisch gehört Rotwein.“ Diese alte gastronomische (Schein-)Weisheit, die ich selbst noch gelernt habe, die aber inzwischen auch offiziell aufgeweicht wird, fand sich aufs Schönste widerlegt bei „Wine & Dine“ am 12. Juli in Herzogenaurauch: Im Hotel HerzogsPark wurden zu einem Fünf-Gänge-Menü ausschließlich Weißweine des Wein- und Sektguts Kirsten aus Klüsserath an der Mosel serviert, zwei pro Gang. Und das war ebenso lehr- wie genussreich.

Es gibt einen neuen Maßstab für Weinveranstaltungen. Es gibt ihn in Deutschland schon seit drei Jahren (und in Frankreich noch länger), aber ich war in diesem Jahr das erste Mal dabei: das VinoCamp. Was ich hier an zwei Tagen erlebt habe, stellt jede Messe oder Konferenz in den Schatten, die ich bisher besucht habe.

Diese Geschichte spielt in Prag, wo ich weilte, um über eine Konferenz – und zwar jedes Jahr eine meiner liebsten – zu berichten, im Auftrag des Veranstalters. Logieren durfte ich im Corinthia Hotel, und an den zwei Abenden, die ich dort war, speiste ich im Restaurant „The Grill“, dessen Schwerpunkt – dem Namen zumindest teilweise entsprechend – auf Grillgerichten und Pizza liegt. Es zeigte sich, dass es sich durchaus lohnt, ein Restaurant zweimal zu besuchen, um zu verstehen, wie es funktioniert.

Etwa sechs Wochen nach dem tragischen Unfalltod meines Freundes und Kollegen Rüdiger Meyer erhielt ich erneut eine Zuschrift auf den Nachruf, den ich über ihn verfasst hatte. Ein weiterer Leser des Blogbeitrags teilte mir mit, „dass eine Untersuchung in München ergeben hat, dass der Unfallfahrer zum Zeitpunkt der Kollision [...] über 1,0 Promille im Blut hatte – er straßenverkehrsrechtlich absolut fahruntauglich war“.

Nach Weinbrand (Cognac, Armagnac, Brandy etc.) ist der Tresterbrand (Grappa, Marc etc.) als Spirituose dem Wein am nächsten, denn er entsteht ja aus den Kelter-Überresten bei der Weinbereitung. Der Trester ist die breiartige Masse aus Schalen, Kernen, Fruchtfleisch und gegebenenfalls Stielen, die zurückbleibt, nachdem die Trauben gepresst worden sind. Viele Brennereien kaufen den Trester von Weinproduzenten und verarbeiten diesen dann weiter. Der Familie Dolzan war das jedoch nicht gut genug: Sie bewirtschaftet eigene Rebflächen und stellt Wein her – nur um den so gewonnenen Trester, dessen Qualität sie selbst beeinflussen und kontrollieren kann, dann zu Edelbränden zu destillieren.

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